Habilitation

Beschreibung

Die Habilitation befähigt zu selbstständiger Forschung und Lehre an einer Universität. Voraussetzung ist die Promotion (Dissertation). Die Habilitation ist wiederum die Voraussetzung, um als Professor berufen zu werden.

Für wen eignet sich die Habilitation innerhalb der Medizin?

Die Habilitation richtet sich an Mediziner, welche besonderes Interesse an Wissenschaft und Lehre an einer Hochschule haben.

Allgemeine Vorraussetzungen

Mindestanforderungen für die Zulassung zur Habilitation sind:

    • Erlangung der Doktorwürde (Promotion) mittels Dissertation
    • in der Regel Nachweis mehrjähriger erfolgreicher Tätigkeit in Lehre und Forschung (Publikationen, wissenschaftliche Vorträge, Lehrleistungen im Rahmen des Lehrangebots der medizinischen Fakultät oder gleichwertiger Lehrveranstaltungen, etc.)
    • (je nach Schweizer Universität) Auslandsaufenthalt (siehe untenstehende Tabelle)
    • Schulung in Didaktik (v.a. an den deutschsprachigen Schweizer Universitäten)
    • Vorlegen einer Habilitationsschrift (siehe unten).

      Habilitationsschrift

      Eine Habilitationsschrift ist eine wissenschaftliche Arbeit, welche im Rahmen der Habilitation zum Erwerb der Lehrberechtigung (Professur) an einer wissenschaftlichen Hochschule vorgelegt wird.

      Es muss sich um eine Arbeit mit hohem methodischen Anspruch handeln, durch welche die wissenschaftliche Forschung in einem grösseren Segment vorangebracht werden soll.

      Sie muss neue wissenschaftliche Ergebnisse enthalten und die wissenschaftliche Beherrschung des Habilitationsfaches beweisen. Die Habilitationsschrift kann in Form einer Monographie (Abhandlung eines hochrangigen Forschungsthemas in einer Einzelschrift) abgefasst werden oder - je nach Schweizer Universität (siehe Tabelle) - aus einer Reihe wissenschaftlicher Originalpublikationen mit einem gemeinsamen Vorwort (kumulative Habilitation) bestehen.

      Habilitationsverfahren

      Das Recht, Habilitationsverfahren durchzuführen, liegt bei den Fakultäten oder Fachbereichen einer Universität. Die Bedingungen für die Habilitation sind in der Habilitationsordnung (siehe Links rechts) jeder Schweizer Universität festgelegt.

      Üblicherweise gibt es eine mündliche Prüfung mit Fachvortrag (Probevorlesung) und anschliessend eine Disputation (wissenschaftlicher Aussprache in Form eines Kolloquiums) vor der Fakultät, sowie eine öffentlichen Vorlesung (sog. Antrittsvorlesung). Die pädagogisch-didaktische Eignung wird meist durch eine studiengangbezogene Lehrveranstaltung nachgewiesen.

      Die Habilitationsordnung regelt weiterhin, dass mit der Facultas Docendi (Lehrbefähigung) nicht automatisch auch die Venia Legendi (Lehrbefugnis und Bezeichnung „Privatdozent“) erteilt wird. Letztere ist dann im Anschluss an das Habilitationsverfahren bei der Fakultät zu beantragen. Die Lehrbefugnis kann bei Nichtausübung der Lehrtätigkeit erlöschen, bei pflichtwidrigem Verhalten entzogen werden und bei Auslandstätigkeit ruhen.

      Habilitationsgesuch

      Zur Einleitung des Habilitationsverfahren sind dem Gesuch folgende Unterlagen beizulegen:

      • Habilitationsschrift in mehreren Exemplaren (meistens 4-5 Exemplare)

      • Publikationsliste mit Hervorheben von Arbeiten hoher wissenschaftlicher Qualität
      • Lebenslauf
      • ausführlicher Antrag zur Annahme der Habilitationsschrift durch den Ordinarius des Fachgebiets
      • Promotionsurkunde
      • Arztdiplom
      • Nachweis der geleisteten Lehrtätigkeit sowie der Didaktikschulung,
      • häufig 3 Themenvorschläge für die Probevorlesung, von denen nur eines aus dem engeren Gebiet der Habilitationsschrift stammen darf
      • Liste von mehreren Gutachtern (i. d. R. 3-4 Gutachter)

      Die Unterlagen sind in schriftlicher Form einzureichen und müssen vom Bewerber unterschriftlich autorisiert oder amtlich beglaubigt sein.

      Umhabilitation

      Wer habilitiert oder durch eine gleichwertige Qualifikation an einer Universität zum Privatdozenten bzw. Hochschuldozenten ernannt worden ist, kann in der Regel auch an einer anderen Universität zum Privatdozenten ernannt werden, wobei die dortige Venia Legendi auf der Basis eines verkürzten Verfahrens (Umhabilitation) erworben wird.

      In dieser Tabelle werden die Habilitationsbedingungen innerhalb der Medizin in der Schweiz zusammengefasst: Habilitationsordnungen der medizinischen Fakultäten der Schweizer Universitäten

      Links

      Habilitationsordnung Basel

      Habilitationsordnung Bern

      Habilitationsordnung Zürich

      Habilitationsordnung Genf

      Habilitationsordnung Lausanne

       

      Quellen